(Auszüge aus der Dorfchronik und Erinnerungsalbum)
Um den vielen Bränden im Orte und außerhalb besser begegnen zu können, befasste man sich seit langer Zeit mit dem Aufbau eines Feuerlöschwesens. In einer Urkunde des Jahres 1786 wurde erwähnt: "Im Jahre1786 hat die Gemeinde Gleisberg eine messigene Feuersprütze angeschafft, und darzu des an hiesiger Schmiede stehenden Häuschen gebaut." Schon lange vor der Gründung der Wehr gab es überall kleine Gruppen beherzter Männer, die bei Feuersgefahr helfend eingriffen. Besonders nach 1848 waren Feuerlöschkorps innerhalb der Vereinigungen der Turner entstanden. Diese Korps machten sich nach und nach selbständig. So kam es auch in Gleisberg zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Am 15. Juni 1881 fand eine Gründungsversammlung statt, in der 43 Kameraden sofort ihren Beitritt zur Wehr erklärten.
Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1881 wurde ein Aufschwung im Feuerlöschwesen erreicht. Sie diente der Rettung bedrohter Menschen und Haustiere, der Erhaltung der Gebäude und "aller Dinge, die menschlicher Fleiß geschaffen und aufgebaut hat". Sie war in die Abteilungen Steige, Rettungs- und Löschmannschaften aufgeteilt. Im Herbst 1882 mußte die Wehr zum ersten Mal zur Brandbekämpfung nach Wetterwitz ausrücken. Beim Brand des alten Beckenhauses in Marbach 1884 hatten sich die Gleisberger Wehrmänner besonders hervorgetan und erhielten ihre erste Prämie.
Bald zählte die Wehr zu den besseren des ganzen Bezirkes (Bericht des Branddirektors 1884).
Die erste Hauptübung fand mit 29 Mann am 3.Juli 1889 statt.
Der erste Feuerwehrhauptmann war Kantor Schubert (bis 1886); seine Nachfolger waren der Reihe
nach Ernst Lantzsch, Hermann Vetter, Hermann Wörner, Franz Peege (ab 1895 bis 1934) und
Klinger. Die übungen wurden am 1906 erbauten Steigerhaus durchgeführt.
Die Handdruckspritze wurde 1935 durch eine Motorspritze ersetzt. Alarm wurde durch im ganzen
Ort verteilte Signalhörner gegeben.
1934 wurde der Feuerlöschteich angelegt, 1936 erfolgte die Anschaffung eines Mannschaftswagens
und 1937 baute man ein neues Gerätehaus. Zur Neuausstattung des FFw gehörten auch eine
mechanische Schiebeleiter und Hackenleitern samt Zubehör.
"Unter der bewährten Leitung des Wehrführers Edgar Klinger entwickelte sich unsere Feuerwehr zu einer geachtete, stets einsatzbereiten Wehr, die neben der besten Stadtwehr Waldheim als beste Landwehr des Kreises galt." Größter Beliebtheit erfreute sich der jährlich stattfindende Feuerwehrball, an dem neben der Bevölkerung auch die Nachbarwehre teilnahmen. Nach der Einberufung Edgar Klingners und Gerhard Peeges führte nach dem Krieg Willi Winkler die Wehr. Sein Nachfolger als Wehrleiter war Herbert Peege von 1948 bis 1969. Am 01.Januar 1970 übernahm Dieter Preiß die Wehrleitung und führte die bis Anfang 1989. Seit 1989 liegt die Wehrleitung in den Händen Wolfram Schirmers.
1968 wurde eine Frauenwehrgruppe gegründet, der 12 Kameradinnen angehörten. Zusammen
mit der Männergruppe konnte die Gleisberger Feuerwehr so 40 ständig einsatzbereite
Kräfte aufweisen.
Bereits in den 70er Jahren wurde eine aus Schulkindern bestehende Arbeitsgemeinschaft "Junge
Brandschutzhelfer" in Leben gerufen. Die Förderung der Nachwuchsarbeit ist schon immer
eine wichtige Aufgabe der Wehrleitung. Besonderen Anteil hat dabei Dieter Preiß, unter dessen
Leitung die AG ein beachtliches Leistungsniveau erreicht.
Seit 1981 war die Jugendfeuerwehr Gleisberg fünfmal Kreismeister.
(Heinz Müller, Dorfchronik von Gleisberg)